Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf

Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf

Cabaret des Grauens
29
Nov

Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf

von Cabaret des Grauens

von Bodo Kirchhoff

Ein Nachtclub – der Ansager einer Stripteasenummer betritt die Bühne. Er verspricht den „letzten klassischen Striptease auf deutschem Boden“. Gleich werde Andrea erscheinen, deren Mutter bereits Stripteasetänzerin war und die ihr Handwerk von der Pieke auf gelernt hat. Er verspricht Unglaubliches, und das, obwohl im Zeitalter des Fernsehens der Striptease so gut wie tot zu sein scheint. Doch Andrea scheint sich zu verspäten. Oder ist Andrea eigentlich Andreas? Ein verwirrendes Spiel beginnt.

Im Solostück von Bodo Kirchhoff wird ein Unterhalter gezeigt, ein fettes Burnout in den Knochen, Panikattacken inklusive, homo oder hetero, leicht verwirrt, gelangweilt, und trotz allem noch hellwach. Ein Ansager soll er sein und seine Show bald starten, die letzte seiner Art, nur die beste Nummer, also die würde ihm noch fehlen… Aber fehlt sie denn wirklich?

Ist der gute alte Striptease tot? Und hat sich sein Publikum auch gleich in Luft aufgelöst, vor den Fernseher verkrochen? Oder ist er nur für die gestorben, die sich ausziehen sollen? Dann existiert er noch, und an Entblößungswünschen ist unsere Zeit ja nicht arm; nur wie kommt das eine zum anderen? Durch Sprache, was sonst – der Ansager einer Stripteasenummer betritt die Bühne. Er verspricht den letzten klassischen Strip auf deutschem Boden: Andrea (oder auch Andreas) werde am Ende nur noch ein rotes Bändchen tragen, wodurch eine unwiderrufliche Aufforderung an das Publikum ergeht, sich dieses Bändchen als entfernt vorzustellen. Aber Andrea (oder Andreas) scheint sich zu verspäten… Vielleicht jedoch ist der Mensch, um den es in Kirchhoffs Monolog geht, von Anfang an da ist – vielleicht zu angezogen, um sichtbar zu sein, vielleicht aber auch zu nackt.

Spieldauer ca. 1 Stunde und 10 Minuten ohne Pause

Es spielt unser werter Kollege Ansgar Wilk aus dem Hoftheater Bergkirchen.

Eintritt: 18 Euro – Ermäßigt: 15 Euro

Pressestimmen

„Ein Striptease spielt sich im Kopf ab“

Die Rolle ist eine große Herausforderung für den ersten Schauspieler des Hauses, doch er schafft es, vom ersten Moment, wenn er die Bühne betritt, das Publikum mitzunehmen und zu fesseln. Und das 70 Minuten im Alleingang – in einem fulminanten witzigen Monolog mit taktvollen Striptease-Einlagen… Das tragikomische Ein-Personen-Stück stellt Fragen nach der Relevanz geschlechtlicher Zuordnungen in der Gesellschaft und der Wirkung der Zurschaustellung des Körpers. Der Zuschauer erlebt einen wahren, aber eher psychischen Striptease… Für ihn ist das erste Solostück in den dreißig Jahren seiner Schauspielerlaufbahn ein Geschenk‘…“ (Münchner Merkur)

„Eingezwängt im Mini-Tanga“

…Um es gleich vorwegzunehmen: Wilk gibt alles, verausgabt sich total – und bleibt doch immer Herr des abstrus-absurden, tragisch-komischen Geschehens. Das ist nur auf den ersten Blick leicht zu durchschauen. Vordergründig müht sich der Ansager in schier unendlichen Sprachwindungen, die Zeit bis zum Auftritt der sagenhaften Andrea zu verkürzen. Er gibt schon mal die eine oder andere Kostprobe von deren Können, wobei er sich schlangengleich auf und um den Stuhl windet… Wilk springt mit affenartiger Geschwindigkeit in Sprache, Duktus, Mimik und Gestik von einer Rolle in die andere – und bringt diese Zerrissenheit mit faszinierender Selbstverständlichkeit und Lust an der Übertreibung auf die Bühne.“ (Süddeutsche Zeitung)

Infos / Reservierung

 

Datum und Zeit

29. November 2020
Beginn: 19:00
Uhr
Ende: etwa um 20:30 Uhr
 

Ort

In den Grüben 166, Burghausen


 
 
 
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